Hurling – der irische Nationalsport in Berlin

| Besuch bei Setanta Berlin e.V. |

Eine Mischung aus Hockey und Basketball? Was es mit dem Jahrtausende alten Spiel auf sich hat und wo in Berlin man es spielen kann, erfahrt ihr hier.

// Welcher Tag wäre besser geeignet, Hurling kennenzulernen, als der St. Patrick’s Day? An dem irischen Feiertag fließt nicht nur das Bier in Strömen, laufen grüne Kobolde herum und spielen Dudelsäcke – zumindest beim irischen Sportverein Setanta Berlin wird auch Hurling gespielt, bis der Schläger kracht. Setanta, so heißt nicht nur der Verein, sondern auch eine sagenumwobende Figur aus der irischen Mythologie, und deren Lieblingsspiel war selbstredend Hurling.

Setanta, der Chuck Norris der irischen Sagenwelt, liebte Hurling

Kit Turner vom Verein erklärt mir am Spielfelrand: „Setanta, das war der Held aller aller Helden, der Stärkste aller irischen Kämpfer und bis heute jedem Iren ein Begriff. Egal welchen Superlativ du verwendest, Setanta war noch besser.“ Also im Grunde so etwas wie der Chuck Norris der Iren. „Hurling sein Lieblingsspiel, auch hier war er ungeschlagen“, sagt Kit, und: „Hurling ist ein wichtiger Teil der irischen Geschichte und Kultur. Ganz genau kann man es nicht sagen, aber es gibt historische Hinweise wie Inschriften, die zeigen, dass es Hurling oder wenigstens sehr ähnliche Spiele bereits vor 2.000 Jahren gab.“

Die Regeln sind in etwa diese: Wie beim Feldhockey wird der Ball („Sliotar“) geschlagen, zwei Teams mit 15 Spielern treten gegeneinander an. Und jetzt wird’s besonders: Der Sliotar darf zwar nicht mit der Hand vom Boden gehoben werden, aber man darf ihn mit dem Schläger („Hurley“) hochschaufeln in die Hand nehmen und, wie beim Basketball, drei Schritte laufen. Ebenfalls regelkonform: den Sliotar auf dem Hurley balancieren und dabei laufen. Das allerdings erfordert sehr viel Übung, „wer Hurling lange spielt, schafft es auch weit, aber es ist sehr schwer, vor allem weil der Hurley auf der einen Seite komplett flach und auf der anderen Seite sogar nach außen gebogen ist“, sagt Kit. Das Balancieren gelingt also meist nur über kurze Distanzen.

Ein typischer Spielablauf sieht so aus: Ballaufnahme per Hurley, drei Schritte mit dem Sliotar in der Hand laufen, dann den Ball auf dem Hurley balancierend weiterlaufen, dann Abschlag mit dem Hurley oder wie beim Volleyball den Sliotar mit der flachen Hand schlagend. Auch dieses Pitchen ist erlaubt, Werfen hingegen nicht.

Hurling wird sowohl von Männer- als Frauenteams gespielt, „wobei die Regeln bei den Frauen etwas einfacher sind. Die meisten Frauenteams scheren sich jedoch nicht darum und spielen Hurling nach den Regeln für Männerteams“, erklärt Kit, und heute heute am St. Parick’s Day bei Setanta spielen eh alle bunt gemischt. Überhaupt gefällt mir die Atmosphäre bei diesem Verein sehr gut. Vereine kenne ich in Deutschland oft als etwas piefig, die Iren hier werden ihrer Tradition der Gastfreundschaft und Offenheit sehr gerecht, man fühlt sich sofort gut aufgenommen und einbezogen.

Wer nun Hurling selber einmal ausprobieren möchte, ist bei Setanta willkommen – irische Herkunft ist absolut keine Bedingung, im Gegenteil: Setanta freut sich ausdrücklich über jeden Spielbegeisterten und hätte gern ein paar mehr „Einheimische“ in den eigenen Reihen. Neben Hurling wird hier auch Gaelic Football und Irish Handball gespielt. Und um die irische Kultur in Deutschland zu verbreiten, wurde just ein monatlicher Kneipenabend mit irischer Musik und Tanz im Finnegan’s Irish Pub in Steglitz gegründet.

Infos: http://sport.setanta-berlin.com/, Berlin Steglitz

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